Regeln lassen Kinder im Vorschulalter zu gesunden Lebensmitteln greifen

Vierjährige ernähren sich gesund, wenn Eltern ihnen als Zweijährige sagen, was sie essen dürfen und ihnen helfen, ihre Wünsche zu kontrollieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität in Buffalo.

Die Forscher analysierten Daten von fast 9.000 amerikanischen Kindern. Die Experten beurteilten u.a. deren Selbstregulation im Alter von 2 Jahren. Als die Kinder dann vier Jahre alt waren, bewerteten die Wissenschaftler ihr Ernährungsverhalten und ob Eltern regeln bezüglich des Essverhaltens aufstellten.

Eltern können vieles bewirken, insbesondere, dass kleine Kindern lernen, sich selbst zu regulieren. Auch Essensregeln zuhause haben einen langfristigen Einfluss laut Studienleiter Professor Xiaozhong Wen von der Abteilung für Kinderheilkunde an der School of Medicine and Biomedical Sciences der University in Buffalo.

Die Kombination von elterlichen Regeln und der Fähigkeit der Kleinkinder, sich selbst zu regulieren, sei der beste Weg, um Kinder an eine gesunde Ernährung heranzuführen, so Wen in einer Pressemeldung der Universität in Buffalo (UB).

Die Studie wurde in Boston im Rahmen der Obesity Week vorgestellt, ein jährliches Treffen von Experten der Adipositaschirurgie und anderen Fachgebieten, die sich mit Übergewicht beschäftigen. .

„Bei Erwachsenen und Jugendlichen sind Selbstregulierung, emotionales Essen, d.h. Essen ohne Hunger, um z.B. negative Gefühle zu unterdrücken, und Adipositas gut erforscht, aber es gibt sehr wenig Informationen über die Rolle, die die Selbstregulierung bei kleinen Kindern spielt“, erklärte Wen.

„Wir fanden heraus, dass Kinder, die in der Lage sind, sich im Alter von zwei Jahren selbst zu regulieren, bis zum Alter von vier Jahren meist gesunde Essgewohnheiten, entwickelten, wenn ihre Eltern auch Essensregeln aufstellen. Selbstregulation alleine ohne elterliche Lebensmittelvorschriften beeinflusste die Essgewohnheiten der Kinder aber kaum“, fasst Wen zusammen.

Quelle: HealthDay, University of Buffalo

Juckreiz bei Neurodermitis möglichst gering halten

Kinder mit Neurodermitis (auch: endogenes Ekzem, atopisches Ekzem, atopische Dermatitis oder Dermatitis atopica) leiden oft unter einem starken Juckreiz. Amerikanische Kinder- und Jugendärzte geben Tipps, wie der Juckreiz möglichst gering gehalten wird.

Betroffene Hautstellen sind trocken, gerötet und jucken. Gereizte Haut entwickelt sich an verschiedenen Körperstellen, je nach Alter des Kindes. Bei Säuglingen erscheinen die Ekzeme in der Regel auf den Wangen, auf der Kopfhaut, am Oberkörper, an Armen und Beinen. Kleine Kinder entwickeln oft auf ihren Gelenken und in den Hautfalten Neurodermitis. Bei älteren Kindern und Jugendlichen treten die juckenden Stellen häufig auf Händen und Füßen auf. Die Ekzeme sind nicht ansteckend, und bei vielen Kindern verschwinden die Hautprobleme mit zunehmendem Alter.

Die Ursachen der Neurodermitis sind noch nicht völlig geklärt. Normalerweise speichert Haut Feuchtigkeit und schützt vor Reizen bzw. Allergenen. Ein Bestandteil der Barriere in der Haut ist ein Protein namens Filaggrin. Forscher fanden heraus, dass bei vielen Menschen, die an Neurodermitis leiden, das Filaggrin-Protein Feuchtigkeit entweichen und Reizstoffe eindringen lässt. Das fehlerhafte Filaggrin erleichtert auch das Bakterienwachstum auf der Haut. Diese Faktoren zusammen führen zu den typischen Hautproblemen.

Viele Faktoren lösen Neurodermitisschübe aus oder führen zu einer Verschlechterung der Symptome, wie z.B. Pollen, Schimmel, Staub, raue Stoffe, Hitze, rissige Haut, Reinigungsmittel und Stress. Kratzt sich ein Betroffener, dann kann dies Entzündungen begünstigen.

Folgende Maßnahmen können helfen, den Juckreiz zu lindern:

  • Eine sorgfältige Hautpflege hilft den Juckreiz bei Neurodermitis-Kindern zu lindern. Für die Basispflege gilt grundsätzlich: fett auf trocken, feucht auf feucht. Öle, Vaseli-ne oder Melkfett sind ungeeignet, da sie die Haut bei längerer Anwendung austrock-nen. Parfümfreie Cremes und Salben sind am besten geeignet. Eltern sollten nur milde Waschmittel ohne Farbstoffe oder Duftstoffe verwenden.
  • Eine Kühlung der Haut empfinden die Kinder meist als angenehm. So können gekühl-te Hautpflegeprodukte, leichte Kleidung z. B. aus Baumwolle, Seide, Mikrofasern (zur Vermeidung eines Wärmestaus) sowie Temperaturen im Kinderschlafzimmer von etwa 19° bis 20°C helfen. Ein Bad sollte nicht heiß sein und das Kind sollte nur kurz darin verweilen.
  • Bei manchen Kindern kann Stress die Hautprobleme verstärken. Hier sollten Eltern zusammen mit dem Kind nach geeigneten Methoden suchen, um Stress zu vermeiden.
  • Eltern sollten darauf achten, dass ihr Kind saubere, glatte und kurz geschnittene Nägel hat, um Kratzwunden und eine Infektion zu vermeiden.
  • Zur Behandlung der Neurodermitis stehen u.a. auch entzündungshemmende cortison-freie Salben zur Verfügung.
  • Manche Kliniken bieten für Eltern und ihre Kinder Schulungsprogramme an mit hilf-reichen Informationen für den Umgang mit Neurodermitis. Sprechen Sie mit Ihrem Kinder- und Jugendarzt, ob es in Ihrer Nähe solche Möglichkeiten gibt.

Quelle. AAP News Parent Plus

Wenn kleine Kinder beißen: Umgang mit Bisswunden in Krippe und Kita

Dass ein Kind ein anderes beißt, ist keine Seltenheit im Kindergarten. „Hat ein Kind ein anderes gebissen und ist die Haut des gebissenen Kindes dadurch nicht verletzt, reicht es, die Stelle mit Wasser und Seife abzuwaschen und evtl. zu kühlen. Haben die Zähne die Haut beschädigt, sollten Betreuer bzw. Eltern die Wunde mit Wasser säubern, ein Desinfektionsmittel (bei Unsicherheiten gibt Ihnen Ihr Kinder- und Jugendarzt gerne einen Tipp) auftragen sowie mit einer Kompresse abdecken. Blutet die Bissstelle, so sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt“, rät Dr. med. Roland Fressle, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Baden-Württemberg.

Eine Entzündung der Wunde aufgrund von Verunreinigungen ist ohne entsprechende Behandlung leicht möglich. Ansteckungen mit Krankheiten durch Bakterien oder Viren aufgrund von Bissverletzungen sind selten, doch sollten Eltern sicherheitshalber den Impfstatus des Kindes in Bezug auf Hepatitis B und Tetanus (Wundstarrkrampf) überprüfen. Dieser Übertragungsweg für Hepatitis B ist extrem selten und nur in Einzelfällen beschrieben. Der Erreger des Wundstarrkrampfes – Clostridium tetani – kann sich in Erde, in Schmutz, in Straßenstaub, gelegentlich auf Kleidern oder im Hausstaub, aber auch in Fäkalien von Mensch und Tier befinden. Die Bakterien können über jede Art von Wunde wie z.B. Bissverletzungen in den Körper gelangen.

„Wurde ein Kind im Gesicht gebissen und ist die Haut verletzt, sollte es ärztlich versorgt werden, um einer Narbenbildung vorzubeugen bzw. diese möglichst gering zu halten“, empfiehlt Dr. Fressle. Kinder unter drei Jahren wissen noch nicht, wie schmerzhaft ihr Biss sein kann. Kleinkinder müssen Selbstbeherrschung und richtige Wege, ihre Wünsche mitzuteilen und Aggressionen zu äußern, erst lernen. Kommt es zu einem Beißvorfall, sollte die erste Aufmerksamkeit der pädagogischen Fachkräfte auf das Kind gerichtet sein, das gebissen worden ist. Das Kind muss getröstet, beruhigt und verarztet werden. Das Kind, das gebissen hat, braucht unbedingt sehr zeitnah auch eine Reaktion. Ihm muss deutlich gemacht werden, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist und dem anderen weh tut. Hält das Beißen mehrere Wochen an bzw. nutzt es ein Kind noch nach seinem dritten Geburtstag als häufiges Mittel, um sich beispielsweise durchzusetzen, sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt besprechen, welche Maßnahmen sinnvoll sein könnten.

Tipps und Hinweise zum pädagogischen Umgang mit dem Beißen in Krippe und Kita gibt auch Prof. Dr. Dorothee Gutknecht, Leiterin des Studiengangs Pädagogik der Kindheit an der Evangelischen Hochschule Freiburg. Der Beitrag ist abrufbar unter dem Link: www.kleinstkinder.de

Kindernotdienst jetzt am Diak

Niedergelassene Kinderärzte versorgen Notfälle am Wochenende und an Feiertagen ab heute am Diak. Bisher geschah das in ihren eigenen Praxen.

„Heute erfolgt nun der letzte Schritt der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes“, teilt Elisabeth Koerber-Kröll, Vorsitzende der Kreisärzteschaft und Notfalldienstbeauftragte mit. Die Kindernotfallpraxis am Diak wird in der neuen Kinderklinik ihren Betrieb aufnehmen.

Wenn Kinder oder Jugendliche (bis 18 Jahren) abends, am Wochenende oder an Feiertagen ärztliche Hilfe brauchen, sind die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte für sie da. In der zentralen Notfallpraxis werden alle akut erkrankten Kinder und Jugendliche versorgt – und nicht wie bisher in der jeweiligen Praxis des Notdienst-Arztes.

Während der Öffnungszeiten der zentralen Notfallpraxis sollten die Kranken den Fachärzten vorgestellt werden. Danach können in unaufschiebbaren Fällen auch die Assistenzärzte des Diakonie-Klinikums tätig werden, deren Hauptaufgabe aber die Versorgung der stationären Patienten darstellt.

Info Die Öffnungszeiten am Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen: 9 Uhr bis 15 Uhr. Unter der Woche erreicht man den diensthabenden Arzt abends unter der zentralen Rufnummer: 01803/112001. Der Anruf kostet 9 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz. Die Praxis ist im neuen Gebäude der Kinderklinik.